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Pressemitteilung

Straßburg, den 5. Mai 2003

KINOBESUCHE IN EUROPA STAGNIEREN BEI GERINGEM EXPORTERFOLG NATIONALER FILME

  • Der Anstieg der Kinobesucherzahlen in der Europäischen Union im Jahr 2002 hat sich auf unter 1% verlangsamt, wobei der stärkste Zuwachs in Großbritannien zu verzeichnen ist

  • Der Gesamtmarktanteil von in Europa produzierten Kinofilmen lag 2002 bei geschätzten 27% - ein Rückgang gegenüber 2001 (31%), aber immer noch höher als das Ergebnis im Jahr 2000 (23%)

  • Die Zahl der in der Europäischen Union produzierten Spielfilme ist 2002 stabil geblieben, wobei sich britische, französische und deutsche Produzenten zunehmend auf Koproduktionen verlegen

Produktionszahlen bleiben 2002 stabil...

Tabelle 1 - Kinobesuche in der EU
Tabelle 2 - europäische Kinobesuche außerhalb der EU
Tabelle 3 - Marktanteile von Kinofilmen innerhalb der EU
Tabelle 4 - Besucherzahlen in der EU gezeigter Filme
Tabelle 5 - Besucherzahlen in der EU gezeigter europäischer Filme

Auf der Basis der verfügbaren Zahlen schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle die Gesamtzahl der 2002 in der Europäischen Union produzierten Filme auf 625, ein Ergebnis, das nahezu identisch mit dem für 2001 ist (628). Zu den Wachstumsländern gehören Österreich (geschätzte 26 Filme gegenüber 12 im Vorjahr), Spanien (80 rein spanische Filme gegenüber 67 im Vorjahr) und Italien (96 nationale Produktionen gegenüber 68 im Vorjahr). Leicht rückläufig waren die Produktionszahlen in Frankreich (von 172 Filmen unter der Kategorie "Filme französischer Initiative" im Jahr 2001 auf 163 im Jahr 2002) und im Vereinigten Königreich (von 64 nationalen Produktionen oder überwiegend britischen Koproduktionen im Jahr 2001 auf 60 im Jahr 2002). Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Produktion in Portugal (6 Filme 2002 gegenüber 14 im Vorjahr). Bei britischen, französischen und deutschen Produzenten ist ein wiedererstarktes Interesse an Koproduktionen zu verzeichnen, während die Zuwächse in Italien und Spanien in erster Linie auf ausschließlich national finanzierte Filme zurückzuführen sind.

Mit durchschnittlich £5,99 Mio. (9,98 Mio. EUR) haben britische Filme 2002 nach wie vor die höchsten Budgets, während die Produktionskosten für französische ebenfalls leicht angestiegen sind (um knapp 1% auf 4,44 Mio. EUR). In Großbritannien war das Jahr 2001 durch einen deutlichen Einbruch amerikanischer Produktionen (3 Filme gegenüber 11 im Jahr 2000) gekennzeichnet gewesen. 2002 ist hier mit sechs Hollywood-Filmen, die unter Verwendung britischer Produktionseinrichtungen gedreht wurden, eine gewisse Erholung zu verzeichnen.

...während sich der Anstieg der Besucherzahlen verlangsamt

Die Zahl der Kinobesuche in der Europäischen Union war 2001 um außergewöhnliche 10% angestiegen. 2002 hat sich dieses Wachstum deutlich verlangsamt und erreicht mit geschätzten 933 Mio. Kinobesuchen nur ein Plus von 0,5%. In den meisten Ländern waren die Ergebnisse stabil oder leicht positiv, wobei der stärkste Zuwachs in Finnland zu verzeichnen ist (+18,5%). Grund hierfür dürfte in erster Linie eine Erholung vom starken Einbruch im Vorjahr gewesen sein. Mit 176 Mio. verkauften Kinokarten wird der in absoluten Zahlen höchste Anstieg aus dem Vereinigten Königreich gemeldet (plus 13% gegenüber dem Vorjahr), wodurch das Vereinigte Königreich bzgl. der Besucherzahlen nach Frankreich zum zweitgrößten Markt in der Europäischen Union wird. Die stärksten Verluste werden aus Deutschland (-7.9%) und Spanien (-4%) gemeldet. Schätzungen für Belgien lassen einen Rückgang um 3% erwarten.

Tabelle 1: Kinobesuche in der Europäischen Union (1997-2002)
In Millionen.  Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen
 
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2002/2001
AT - Österreich
13,7
15,2
15,0
16,3
18,8
19,3
2,6%
BE - Belgien
22,1
25,4
21,9
23,5
23,5
22,8
-3,0%
DE - Deutschland
143,1
148,9
149,0
152,5
177,9
163,9
-7,9%
DK - Dänemark
10,8
11,0
10,9
10,7
11,9
12,9
8,3%
ES - Spanien
107,1
119,9
131,3
135,4
146,8
140,7
-4,1%
FI - Finnland
5,9
6,4
7,0
7,1
6,5
7,7
18,5%
FR - Frankreich
148,9
170,1
153,6
165,5
185,8
185,1
-0,4%
GB - Vereinigtes Königreich
139,3
135,4
139,5
142,5
155,9
176,0
12,9%
GR - Griechenland (geschätzt)
11,6
12,4
13,0
13,5
13,5
_
_
IE - Irland
11,5
12,4
12,4
14,9
15,9
17,3
8,8%
IT - Italien
102,8
118,4
103,5
103,4
110,0
112,0
1,8%
LU - Luxemburg
1,2
1,4
1,3
1,4
1,4
1,4
1,6%
NL - Niederlande
18,9
20,1
18,6
21,6
23,9
24,0
0,4%
PT - Portugal (geschätzt)
13,5
14,5
15,2
19.00
_
_
_
SE - Schweden
15,2
15,8
16,0
17,0
18,1
18,3
1,1%
EUR15 (geschätzt)
766
827
808
844
929
933
0,5%
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Bei den Nicht-EU-Ländern sind positive Ergebnisse in Estland, der Russischen Föderation, Slowenien und in der Schweiz zu verzeichnen, wobei der stärkste Anstieg aus Estland (+19,5%) und Slowenien (+12,9%) gemeldet wird. Leicht rückläufig waren die Besucherzahlen in Norwegen (-3,5%), in Polen (-1,1%) und, etwas stärker, in Rumänien (-7,2%), in Lettland (-7,0%) und in Litauen (-19%). In der Türkei ist der Rückgang auch bedeutend, wo Schätzungen für 2002 einen Rückgang der Besucherzahlen um 16% erwarten lassen. Grund hierfür scheint vor allem das Fehlen erfolgreicher nationaler Produktionen gewesen zu sein.

 

Tabelle 2: Kinobesuche in europäischen Ländern außerhalb der EU (1997-2002)
In Millionen. Kursive Angaben sind Schätzungen oder provisorische Zahlen (kA = keine Angabe)
1997
1998
1999
2000
2001
2002 (prov.)
2002/2001
BG - Bulgarien
2,69
2,33
1,92
2,19
2,01
n.c.
-
CH - Schweiz
15,50
15,89
15,43
15,59
17,11
18,8
9,9%
CZ - Tschechische Republik
9,82
9,25
8,37
8,72
10,36
10,70
3,3%
CY - Zypern
0,93
1,01
0,84
0,93
0,86
0,91
5,8%
EE - Estland
0,96
1,06
0,87
1,08
1,30
1,56
19,5%
HR - Kroatien
3,23
2,74
2,30
2,74
2,94
2,77
-5,8%
HU - Ungarn
16,57
14,58
13,39
12,41
14,11
n.c.
-
LT - Litauen
0,57
1,59
1,78
2,10
2,37
1,92
-19,0%
LV - Lettland
1,27
1,42
1,38
1,46
1,15
1,07
-7,0%
MK - "Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien"
0,46
0,57
0,48
0,63
0,43
n.c.
-
MT - Malta
n.c.
n.c.
1,01
0,97
1,04
1,07
2,4%
NO - Norwegen
10,93
11,53
11,35
11,59
12,48
12,04
-3,5%
PL - Polen
23,70
19,90
26,62
18,70
26,20
25,90
-1,1%
RO - Rumänien
9,46
6,80
4,19
5,11
5,73
5,32
-7,2%
RU - Russische Föderation
36,01
36,22
37,63
42,77
60,00
65,00
8,3%
SI - Slowenien
2,50
2,56
1,97
2,22
2,46
2,78
12,9%
SK - Slowakische Republik
4,04
4,08
3,03
2,64
2,84
2,85
0,3%
TR - Türkei
17,77
22,64
24,84
25,26
28,16
23,60
-16,2%
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Europäische Filme sind auf ihren Heimatmärkten weiterhin erfolgreich, tun sich aber im Ausland schwer

Nach vorläufigen Schätzungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle lag der Marktanteil europäischer Filme in der Europäischen Union 2002 bei rund 27%. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2001 (31%), aber immer noch ein deutliches Plus gegenüber dem Jahr 2000 (23%). Der Marktanteil nationaler Filme auf ihren Heimatmärkten ist mit 19,5% vergleichsweise stabil geblieben (-3% gegenüber 2001), wohingegen der Marktanteil europäischer Filme außerhalb ihrer nationalen Märkte weniger erfreulich war und gegenüber dem hervorragenden Vorjahresergebnis um geschätzte 27% zurückgegangen ist. Parallel hierzu haben amerikanische Filme den 2001 in der EU verlorenen Boden teilweise wieder gut gemacht und einen Marktanteil von 71% erreicht (gegenüber 65% im Vorjahr).

 

Tabelle 3: Marktanteile von Kinofilmen, die in der EU im Filmverleih waren (1996-2002)
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002 (vorläufig)
US-Filme
71,6%
67,0%
77,5%
69,2%
73,3%
65,4%
71,2%
Nationale Filme auf ihrem Heimatmarkt
17,1%
21,3%
14,4%
17,5%
15,7%
20,1%
19,5%
Europäische Filme im Ausland
8,8%
10,7%
7,1%
11,3%
7,2%
11,0%
7,9%
Sonstige
2,6%
1,1%
1,1%
2,0%
3,8%
3,5%
1,3%
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE http://lumiere.obs.coe.int/
 
Abb. 1: Kinobesuche in der Europäischen Union pro Film-Ursprungsland (2002)

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE http://lumiere.obs.coe.int/

Tabelle 4: Besucherzahlen für in der Europäischen Union gezeigte Filme (2002)

Vorläufige Rangliste auf der Grundlage der Zahlen aus 12-EU-Ländern (ca. 79% der Besucherzahlen ausgewertet)

 
Originaltitel
Nationalität
Jahr
Regisseur
Kinobesuche
1
US
2002
Chris Columbus
39 651 450
2
US
2002
Sam Raimi
29 839 465
3
US / NZ
2001
Peter Jackson
28 715 509
4
US
2002
George Lucas
27 771 038
5
US / NZ
2002
Peter Jackson
23 727 624
6
US
2001
Steven Soderbergh
22 446 379
7
US
2001
P. Docter & D. Silverman
22 235 989
8
US
2002
Barry Sonnenfeld
20 321 708
9
FR / DE
2002
Alain Chabat
19 679 380
10
GB / US
2002
Lee Tamahori
18 616 042
11
US
2002
C. Wedge & C.Saldanha
18 491 750
12
US
2002
Steven Spielberg
16 282 652
13
US
2002
M. Night Shyamalan
13 613 469
14
US
2001
Ron Howard
11 589 454
15
US / DE / GB
2002
Brett Ratner
9 670 347
16
US / AU
2002
Raja Gosnell
9 567 873
17
US
2002
Rob Cohen
9 434 712
18
GB/US/FR/DE
2002
Chris & Paul Weitz
8 744 433
19
US
2002
Guillermo del Toro
8 179 053
20
US
2001
Chris Columbus
8 074 317

(1)  21 609 078 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001
(2)  01 201 828 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001
(3)  43 579 135 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001

Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE http://lumiere.obs.coe.int/

Die französisch-deutsche Koproduktion Astérix & Obélix: Mission Cléopâtre war der 2002 am meisten besuchte europäische Film und in den Top-20 des Jahres 2002 tauchen nur zwei weitere europäische Filme auf (beide sind britisch-amerikanische Koproduktionen). Der Film Astérix & Obélix war zwar europaweit recht erfolgreich, aber lediglich knapp 26% der insgesamt 19,7 Mio. Besucher haben den Film außerhalb seines Heimatmarktes gesehen. Obgleich die Gesamtbesucherzahl für diesen Film noch etwas ansteigen dürfte, ist ein Vergleich mit dem Ergebnis seines Vorläufers (Astérix & Obélix contre César) nicht uninteressant: Dieser 1999 erschienene Film konnte 55% seiner insgesamt 19,1 Mio. Besucher außerhalb von Frankreich anziehen. Für Bridget Jones' Diary, den erfolgreichsten europäischen Film 2001, wurden sogar 63% der insgesamt 26,5 Mio. Kinokarten außerhalb von Großbritannien verkauft.

Tabelle 5: Besucherzahlen für in der EU gezeigte europäische Filme (2002)

Vorläufige Rangliste auf der Grundlage der Zahlen aus 12-EU-Ländern (ca. 79% der Besucherzahlen ausgewertet)

 
Originaltitel
Nationalität
Jahr
Regisseur
Kinobesuche
1
Astérix & Obélix : Mission Cléopâtre FR / DE
2002
Alain Chabat
19 679 380
2
Die Another Day GB / US
2002
Lee Tamahori
18 616 042
3
About a Boy GB / US / FR / DE
2002
Chris & Paul Weitz
8 744 433
4
8 Femmes FR
2002
François Ozon
5 792 990
5
Hable con Ella ES
2002
Pedro Almodóvar
5 368 790
6
Gosford Park GB / US / DE / IT
2001
Robert Altman
4 938 785
7
Pinocchio IT / FR / DE
2002
Roberto Benigni
4 545 841
8
Resident Evil DE / GB / FR
2002
Paul Anderson
3 469 703
9
Le boulet FR / GB
2002
A. Berberian & F. Forestier
3 372 782
10
L'auberge espagnole FR / ES
2001
Cédric Klapisch
3 347 579
11
Bend It Like Beckham GB / DE
2002
Gurinder Chadha
3 333 867
12
La leggenda di Al, John e Jack IT
2002
Aldo Baglio & Giovanni Storti
3 306 124
13
Ali G Inda House GB
2002
Mark Mylod
3 105 662
14
Natale sul Nilo IT / ES / GB
2002
Neri Parenti
3 088 387
15
The Pianist FR / DE / GB / PL
2002
Roman Polanski
2 986 410
16
El otro lado de la cama ES
2001
Emilio Martinez Lázaro
2 697 314
17
Le fabuleux destin d'Amélie Poulain1 FR / DE
2001
Jean-Pierre Jeunet
2 504 636
18
Los otros2 ES / FR / US
2001
Alejandro Amenábar
2 298 268
19
Le peuple migrateur3 FR / DE / IT
2001
Jacques Perrin
2 209 503
20
Bibi Blocksberg DE
2002
Hermine Huntgeburth
2 050 214

(1)  14 094 971 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001
(2)  11 121 175 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001
(3)  01 512 175 Kinobesuche in der EU im Jahr 2001
Quelle: Europäische Audiovisuelle Informationsstelle - Datenbank LUMIERE http://lumiere.obs.coe.int/

EUROPÄISCHE AUDIOVISUELLE INFORMATIONSSTELLE, Straßburg, Frankreich

Ansprechpartner:

  • Prof. Dr. André Lange, Abteilungsleiter Märkte & Finanzierung
    E-mail: andre.lange@obs.coe.int - Tel.: +33 (0)3 88 14 44 00
  • Susan Newman-Baudais, Analystin, Abteilung Märkte & Finanzierung
    E-mail: susan.newman@obs.coe.int - Tel. +33 (0)3 88 14 44 15

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, die im Dezember 1992 in Straßburg gegründet wurde, widmet sich der Erhebung, Auswertung und Veröffentlichung von Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor. Sie umfasst als europäische öffentlich-rechtliche Organisation derzeit 35 Mitgliedsstaaten und die Europäische Gemeinschaft, vertreten von der Europäischen Kommission. Sie agiert innerhalb des Rechtsrahmens des Europarats und arbeitet mit diversen Partnern, Berufsverbänden der Industrie und einem Korrespondentennetzwerk zusammen. Ihre Hauptaktivitäten bestehen in der Erarbeitung von Publikationen, Datenbanken und einer umfassenden Internet-Seite sowie in Beiträgen zu Konferenzen.

 

Quelle des Artikels: www.obs.coe.int