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Die Export-Union
Promotion für den deutschen Film 

Volles Parkett, begeistertes Publikum, viel Präsenz in lokalen Fernsehsendern und Rundfunkanstalten - die Resonanz auf die erste deutsche Filmwoche, die die Export-Union des deutschen Films, ExU, Ende letzten Jahres in Moskau organisierte, konnte nicht besser sein.
Zusammen mit ihren Partnern wie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, dem Russischen Kulturministerium, der Deutschen Botschaft und dem Goethe-Institut Inter Nationes in Moskau wurden elf deutsche Produktionen präsentiert. Darunter Spielfilme wie "Halbe Treppe" von Andreas Dresen oder "Berlin ist in Germany" von Hannes Stöhr sowie Andreas Veiels Dokumentarfilm "Black Box BRD". Die angereisten deutschen Regisseure und Schauspieler trafen auf ein diskussionsfreudiges Publikum - und auch die russischen Verleiher zeigten Interesse. Nach "Halbe Treppe" und Sandra Nettelbecks "Bella Martha", die schon im Vorfeld nach Russland verkauft wurden, wuchs die Neugier auf mehr.

Interessensvertretung des deutschen Films

Die Export-Union des deutschen Films handelt nicht mit Filmen. Sie stellt sie vor. Von ihrem Aufgabenfeld her ist die ExU eine Interessensvertretung des deutschen Films, ähnlich wie es die "Unifrance" für den französischen Film in Frankreich tut. Die Institution erfasst alle ihr gemeldeten deutschen Produktionen, vermittelt Kontakte, hilft nach den jeweils gegebenen Kriterien bei der Auswahl deutscher Produktionen für Festivals, organisiert Gemeinschaftsstände für deutsche Produzenten auf TV-Märkten und veranstaltet - zumeist in enger Kooperation mit dem Goethe-Institut Inter Nationes - Filmwochen in aller Welt. Neben der Woche in Moskau gab es im letzten Jahr weitere in Rom, Madrid, Paris, London, Warschau und Los Angeles. Darüber hinaus war die ExU in Kooperation mit anderen Institutionen u.a. auf Festivals in San Francisco ("Berlin & Beyond") und, als Partner des Museum of Modern Art, bei der Reihe "New German Films" in New York präsent.

Geschichte und Aufgaben

1954 wurde die Export-Union als Dach für den Verband Deutscher Spielfilmproduzenten, die Arbeitsgemeinschaft Neuer deutscher Spielfilmproduzenten und den Verband Deutscher Filmexporteure gegründet. Heute hat sie die Rechtsform einer GmbH. Als Gesellschafter gehört auch die Filmförderungsanstalt dazu. Neben den zehn festen Mitarbeiter in München verfügt die ExU über Auslandsvertretungen in neun Ländern. Die Auslandsbeauftragen - ob in Argentinien, China, Großbritannien, Japan oder in den USA - pflegen den Kontakt zur dortigen Film- und TV-Branche. Sie agieren als Kooperationspartner, z.B. bei der Organisation von Veranstaltungen zum deutschen Film, stehen aber auch deutschen Filmschaffenden, u.a. in bezug auf Dreharbeiten vor Ort, beratend zur Seite.
Die Export-Union vertritt alle deutschen Filmproduktionen - und damit nicht nur die Werke arrivierter Filmschaffender, sondern auch die des Nachwuchses. So entstand die Initiative "Next Generation". In diesem Rahmen wird seit 1997 in Cannes eine Auswahl von maximal zehnminütigen Hochschulproduktionen vorgestellt und auch auf Festivals des deutschen Films präsentiert. Mit den "Munich Screenings" wurde für deutsche Exporteure ein europäisches Forum für Arthouse-Filme geschaffen.
Zu den Aktivitäten auf europäischer Ebene gehört die Mitarbeit der ExU in der "European Film Promotion", EFP, die sie mit begründete. Der Zusammenschluss von zur Zeit 21 nationalen Agenturen mit ähnlichen Aufgaben entwickelt Projekte für die gemeinsame Präsentation europäischer Filmproduktionen auf internationaler Ebene.

Finanzen

Das Budget der Export-Union beträgt derzeit ca. 3,25 Millionen Euro. Der Betrag setzt sich zusammen aus Export-Abgaben der Rechteinhaber beim Verkauf der Filme ins Ausland sowie aus Mitteln der Filmförderungsanstalt und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dazu kommen 250 000 Euro von sechs großen Filmförderanstalten der Bundesländer. Die Anstalten hatten 1997 einen Beirat gegründet, um ihre Kräfte für mehr Präsenz des deutschen Films im Ausland zu bündeln.
Noch kurz vor der Jahrtausendwende war die ExU in die Kritik der Branche geraten. Zwei Gutachten, eines vom damaligen Bundeskulturminister Naumann, das andere von der ExU selbst in Auftrag gegeben, bescheinigten der Institution u.a. zu starre Strukturen und wenig Effektivität. Nachdem sich Tom Tykwers "Lola rennt" 1999 in den USA elf Wochen etwa auf Platz 30 der Erfolgsliste von "Variety" hielt und in der Folge international für größere Neugier auf weitere Produktionen junger deutscher Regisseure sorgte, ist die Kritik weitgehend verstummt. "Marketing", so eines der Gutachten, kann eben "generell nur so gut sein wie das Produkt."

 

 
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Sabine Pahlke-Grygier ist freie Journalistin und Autorin.
Sie schreibt u.a. für Tageszeitungen und Stadtmagazine
online-redaktion@inter-nationes.de Februar 2003
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d-f-film.de
Deutsch-Französischer Filmsalon

unifrance.org/pays
Wie geht es dem französischen Film in Deutschland?

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