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Treffensprotokolle

10. 05. 97
Erzählung über Begradigungsversuch von Fluss im Panternas, einem Feuchtgebiet in Brasilien (im Radio gehört).
Sohn ist 49 Jahre und baut riesige Stahlbrücken in Brasilien.
Oma Maertens kam 91 das erste Mal hierher zu Besuch und war erschüttert, wie verwahrlost alles hier war. Sie kann sich das nicht erklären, „denken die, wir mussten früher nicht dafür arbeiten, dass der Zustand erhalten wurde?“
Aber die Poeler haben alle zuviel getrunken, das lag an dem System, bei den Fischern versteht Oma Maertens es noch, die mussten ja auch raus in die Kälte. Es sind fast schon alle tot, tot gesoffen. „Wenn ich auf den Friedhof geh, sind da alle am Alkohol gestorben.“ Die Nachbarin, die Oma Maertens immer fährt ist die eine von den wenigen Poelerinnen, die nicht trinkt.
Heute war Oma Maertens bei einer Frau zu Besuch, die nächste Woche 90 wird. Danach ist sie auf dem Heimweg gestürzt, weil sie den Kopf zu stark nach hinten geneigt hat um das Grün der Linden zu sehen. Danach bekam sie eine Spritze und sollte ruhen. Sie hat seit dem Einbau des Herzschrittmachers zu hohen Blutdruck. Das soll weiter beobachtet werden. Sie kann nicht mehr weit und viel laufen, nicht wegen den Beinen, sondern wegen der Luft, da muss sie immer ganz tief atmen.
Sie steht morgens zwischen 7.00 und 7.30 auf, dann braucht sie etwas länger, ab 8.30 kann Frau vorbeikommen. Um 10.00 morgens hört sie meistens den Gottesdienst, sie hört Radio, da sie die Zeitung schlecht lesen kann.
Sie pflückt für ihre Tochter immer Kaninchenfutter, welches diese an den Wochenenden mit nach Hause nimmt, dafür kriegt Oma Märtens Eier.
Erzählung von Raps - Ölsaat - die sie früher anbauten. Die zwei Monate während der Rapsernte hatte der Tag 24 Stunden, da der Raps nur nachts geerntet werden durfte, da die Luft dafür feucht sein musste. Auch der Transport geschah nachts, Oma Märtens musste für die Lastwagenfahrer nachts Bratkartoffeln mit Spiegelei machen um sie bei Laune zu halten.

11./12. 05. 97
Oma Märtens erzählt, dass es extrem wichtig war, dass sie zurück nach Poel gekommen ist, um beim Aufbau zu helfen. Sie konnte zwar nicht mit anpacken, aber ihre Anwesenheit war eine geistige Unterstützung. Sie ist die einzige, die zurückgekommen ist. Sie sagt, es wäre nicht gegangen, dass sie in Brasilien geblieben wäre. Die letzten sieben Jahre lebte sie dort alleine. Mit ihrem Mann gab es nie Streit.
Oma Märtens machte erst eine Tischlerlehre, um damit Architektur zu studieren, jedoch nachdem ihr Vater starb, reichte das Geld nur entweder für eine Ausbildung oder für die Aussteuer. So brach Oma Märtens die Ausbildung ab und heiratete in den Neuhof ein.
Oma Märtens lästert über das System der DDR. Sie wundert sich, dass viele Leute hier fett sind. Das kommt von der falschen Ernährung und dem vielen Schweinefett. Sie denkt, dass die Umstellung von der DDR noch sehr lange dauern wird, da die Leute sich ja 50 Jahre ihres Lebens daran gewöhnt haben.
Oma Märtens mag einen Psalm aus der Bibel besonders gern, er hat zum Inhalt "fürchtet euch nicht" und sie durften sich ja nicht fürchten.

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Urlaub auf Poel

lpb.bwue.de/aktuell/bis/1_2_99/laender10.htm
Geschichte und Hintergründe zu Mecklenburg-Vorpommern

Oma Maertens
Regie: Lilian Franck
Kamera: Bernadette Paassen
Schnitt: Thomas Schlottmann
Produktionsleitung: Antje Naß

Dank an: Gestüt Neuhof, Familie Schulz
Erika Maertens
Gabriele Kotte

Eine Produktion der Filmförderung MV im Auftrag des NRW, 1997

 

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